Montag, 3. September 2007

Välkommen till Stockholm!

So, nach mehr als 2 Wochen wird es aber Zeit, dass ich mal was von Schweden berichte. Schön chronologisch, natürlich.
Sobald Alex und ich in Stansted angekommen waren (diesmal - oh Wunder, keine Schlangen an der Sicherheitskontrolle), wusste ich wieder warum ich normalerweise nicht gern Ryanair fliege. Riesige Schlangen, kurzfristige Gateänderung, keine Beinfreiheit. Hach ja, Geiz an der falschen Stelle.
Der Flug selbst war unspektakulär, Stockholm Skvasta ist so ähnlich wie Frankfurt Hahn. Mitten im Nichts, der Flyggbus brauchte 70min und 130SEK um uns nach Stockholm zu bringen. Gegen Mitternacht kamen wir muede aber gluecklich in unserer Ferienwohnung an.
Unser Vermieter ist Designer (Interior, nehm ich an) und dementsprechend skandinavisch minimalistisch war die Wohnung eingerichtet. Aber alles sehr gemuetlich. Ich wuerde die Wohnung sofort mit nach London nehmen. Der Preis war mit ca. 130€ pro Person fuer 4 Uebernachtungen auch mehr als fair.

Unsere Ferienwohnung lag auf Södermalm, umgangsprachlich Söder. Der Stadtteil liegt auf der Insel Åsön und war früher mal das Arbeiterviertel. Heute zieht es vor allem Intellektuelle und Künstler dahin. Es gibt jede Menge moderne Siedlungen und coole Bars. Eines der hippen Stadtviertel sozusagen. Unsere Ferienwohnung hat das auch reflektiert. Sehr skandinavisch clean designt.
Ferienwohnung in Stockholm: Södermalm, 03.08. - 07.08.

Am 04.08. ausgeschlafen und frisch, ging es los Stockholm zu erobern. Was fuer eine unglaublich schöne Stadt! Venedig des Nordens ist echt nicht uebertrieben. Stockholm ist auf vielen Inseln erbaut, hat damit traumhafte Ausblicke auf's Wasser und unendlich viele Bruecken. Die Stadt liegt an dem Ort wo der Mälaren See in die Ostsee übertritt und hat ca. 780.000 Einwohner.
Ein sehr effizientes (naja, gegen London ist ALLES effizient) Tunnelbanasystem brachte uns in die Gamla Stan, den historischen Kern Stockholms.

Wunderschöne Gebäude aus dem 17. und 18. Jahrhundert, zum Teil auch noch aus dem 13. Jahrhundert, schmale Gassen und Horden von Touristen kennzeichnen das Stadtbild.
Gamla Stan, Stockholm 04.08.2007

Stockholm wurde 1255 von Birger Jarl gegruendet, ihm zu Ehren steht heute eine Statue auf Riddarholmen.
Wir haben die Finnska Kyrka, die Storkyrka und das Kunliga Slott besucht und sind gerade in die Wachablösung der Schlosswachen geraten. Blau gekleidete Wachen (dutzende samt Pferden) maschieren zu schönster Marschmusik eine halbe Stunde im Kreis. 5 mal am Tag, mindestens.
Wachablösung am Kungliga Slott, Stockholm 04.08.2007

Wie man sieht war das Wetter wunderschön und ziemlich heiss.
Nach einer kleinen Pause auf Riddarsholmen, wo sich die Riddarsholmkyrkan und das schwedische Parlamentsgebäude befindet,
Riddarholmen, Stockholm, 04.08.2007

haben wir uns zu einer weiteren Insel aufgemacht: Djurgården im Osten der Stadt. Dabei kamen wir am Musikmuseet und dem Kunliga Dramatisk Teatern vorbei. Letzeres ist DAS Jugendstilgebäude in Stockholm.
Östermalm, Stockholm 05.08.2007

Sonntag, 2. September 2007

Loriot...

...gab es heute mit Käsesuppe, Frikadellen und Pimm's bei Flocke in SE23. Honor Oak Park, nette Gegend, tolle Wohnung, toller Tag! Danke für die Einladung.
"Ein Klavier, ein Klavier - Mutter dafür danken wir dir!" :-)
Pimm's ist im übrigen eines der englischen Getränke schlechthin. Es gibt 6 Arten, wahlweise auf Gin, Whiskey, Brandy und was weiß ich, basierend. Nur No. 1 (Gin = Sommerpimm's) und No. 3 (Brandy = Winterpimm's) gibt es noch im Handel. Mischen tut man das ganze mit Limonade, Minze, Orangen, Limonen und Gurken. Prost!

Helen of Troy

Gestern war ich im Theater. So to speak, anyway. Das ganze war kostenlos und fand im Mini-Amphitheater direkt neben dem Mayor's Office an der Themse statt. Im Hintergrund die beleuchtete Tower Bridge - schon sehr beeindruckend.
Aber wir waren natürlich auf die Bühne fokussiert. Stück des Abends war eine moderne Adaption von Helen of Troy.
Für alle, deren griechische Mythologie etwas rostig ist, hier noch mal die kurze Zusammenfassung.
Helen war die Tochter von Zeus und Leda, sie war mit Menelaus, dem König von Sparta, verheiratet. Ganz wie es sich für eine griechische Göttertochter gehört, hatte die gute Helen eine bewegte Jugend. Zuerst wurde sie von Theseus und Pirithous entführt. Sie wird aber schließlich von ihren Brüdern Castor und Pollux gerettet.
Später heiratet Helen Menelaus und wird Königin von Sparta.
Ein paar Jahre später kam Paris, ein trojanischer Prinz, nach Sparta um Helen zu heiraten, ganz wie es ihm von Aphrodite versprochen wurde. Hier ist sich die Geschichte nicht ganz einig, entweder Helen folgt Paris freiwillig oder er entführt sie nach Troja. Im Theaterstück wurde von letzterem ausgegangen.
Menelaus war natürlich gar nicht so glücklich und begann den trojanischen Krieg.
Das Stück war definitiv eine ziemlich moderne Adaption, es gab z.B. einen fast schon rappenden Götterboten und einen Diener Menelaus', der verdächtig viele Ähnlichkeiten mit einem englischer Butler hatte. Die Deko war auch leicht ungriechisch - liegt wohl daran, dass im selben Bühnenbild auch das Dschungelbuch gespielt wird.
Das Stück war aber trotzdem sehr kurzweilig und hat viel Spass gemacht.

Indisches Dinner im Agra

Donnerstag war ich mit Irina mal wieder indisch essen. Das letzte Mal war schließlich schon ewig her. Die Auswahl fiel auf das Agra, benannt nach einer Stadt in Nordindien (da wo das Taj Mahal steht), in Bloomsbury. Praktischerweise nur 5min von der Uni entfernt. Das Essen war gut - endlich wieder Popadums mit Mangochutney und Peshwari Nan (Brot mit Mandeln). Mein Curry war definitiv hot. Und wenn ich hot sage, meine ich Geschmacksknospen-abtötend-scharf. Aber trotzdem lecker. Chicken Tikka Jalfreezi. Jetzt weiss ich auch, was das bedeutet.
Die Bill kam am Ende auf sehr studentenfreundliche 11£ pro Kopf.

Schwimm, Entchen, schwimm!


Ich habe heute ein Quietschentchen adoptiert. Klingt bescheuert, ist aber so. Ich fungiere damit als Pate beim Great British Duck Race. 165.000 Quietschentchen werden nahe Hampton Court in die Themse entlassen und schwimmen 1km flussabwärts um die Wette. Beim Start dabei sein kann ich zwar nicht, aber zumindest habe ich dazu beigetragen, dass wir den Weltrekord aus Singapur (123.000 Enten) brechen.

Montag, 27. August 2007

Greenwich

Am Sonntag habe ich mich mit Irina und Barbara nach Greenwich aufgemacht. Treffpunkt war 10:30 an der Tower Hill Tube Station, wo wir unseren "Historical Greenwich Walk" gestartet haben. Los ging es am Tower mit unserem Führer Peter.

Danach ging es aufs Schiff nach Greenwich. Vorbei an den Docklands, Canary Wharf und Island Gardens.
Die komplette Gegend ist in wahlweise sündhafte teure Apartmentkomplexe mit Thames View oder Bürohäuser umgewandelt worden. Man fühlt sich so ein bißchen wie mitten in einem riesigen Architekturmodell.
Ein Beispiel dafür ist Butler's Wharf, ehemals der größte Lagerhauskomplex an der Themse, nun eine riesige Luxuswohnanlage mit Shops und Restaurants.

Es gibt eine ganze Menge interessante Architektur auf dem Weg, z.B. dieses hässliche, aber irgendwie faszinierende, Gebäude. Apartments, nehme ich an.

Natürlich gibt es auch die Glas- und Stahlpaläste Canary Wharfs.

Nach ca. 30 Minuten näherten wir uns dann Greenwich, mit dem majestätischen Royal Navy College und der, nicht minder majestätischen, Greenwich Power Station. Früher von Kohle betrieben, heute kriegt Greenwich seine Energie aus Gas.

Beim ersten Stop, der Cutty Sark, gab es nicht viel zu sehen, die ist ja vor 2 Monaten spektakulär abgebrannt. Die Cutty Sark ist der berühmteste englische Teeclipper. Bis 1877 hat sie Tee um die halbe Welt zu den durstigen Engländern geschippert. Danach brach sie noch den ein oder anderen Segelrekord und landete 1957 im Trockendock in Greenwich. Es gibt aber große Hoffnungen, dass das Schiff vollständg restauriert werden kann. Bei britischem Tempo heisst das dann in 10 Jahren oder so.
Die beeindruckendste Sehenswürdigkeit in Greenwich ist zweifelsohne das Royal Naval College.

Dieser Ort hat eine sehr bewegte Vergangenheit, aber es haben immer irgendwelche Royals ihre Finger im Spiel gehabt. Das Royal Naval College oder Greenwich Palace stehen heute anstelle des Tudor Palaces Placentia. Henry the VIIIs Töchter Elizabeth and Mary, beides spätere Königinnen, wurden hier im 16. Jahrhundert geboren.
Das Queen's House (in der Mitte hinten) ist der einzige Teil, der noch von diesem Palast übrig ist.
King William III und Queen Mary II gründeten 1694 das Royal Hospital for Seemen. Zu dieser Zeit existierte nur der King Charles Flügel, der erste Teil des nie vollendeten neuen Greenwich Palaces, der zwischen 1664-1669 von John Webb gebaut wurde. DER Architekt der Zeit, Sir Christopher Wren, begann 1696 mit der Erweiterung. Bis 1751 wurden der King Charles Court vervollständigt und der King William Court gebaut. Beide auf der Westseite. Die sich auf der Ostseite befindlichen Queen Ann und Queen Mary Courts wurden später von Nicholas Hawkesmoore und Thomas Ripley gebaut.
Zugegebenermaßen, ein sehr beeindruckendes barockes Meisterstück.
Als Highlight gibt es noch die Painted Hall im King William Court. Eine extrem edles Esszimmer, bemalt von Sir James Thornhill.

Bis 1869 lebten in diesem Komplex die Pensionäre der Navy, danach war er das Royal Naval College bis 1998. Heute haben die University of Greenwich und das Trinity College of Music dort ihre Residenz. Das ist doch mal ein beeindruckender Campus.
Oben drein gibt es noch das Royal Maritime Museum. Wir hatten nur 45min Zeit dafür, ich muss aber unbedingt nochmal zurückkommen. Echt beeindruckend und ich interessiere mich null für Schiffe.
Direkt hinter dem Royal Naval College erstreckt sich der Greenwich Park mit dem Royal Observatory. Dort befindet sich der Nullmeridian, welcher zur Bestimmung der Längengrade benutzt wird. Im heutigen System sind die Meridiane nicht mehr an die Erdoberfläche gebunden und wurden mehrfach geändert. Der tatsächliche Meridian liegt etwa 100m neben dem Observatorium. Die Greenwich Meantime wird ebenfalls hier gemessen. Jeden Tag um 13:OO fällt der Ball auf der Spitze des Royal Observatorys langsam nach unten.
Vom Royal Observatory hat man einen der schönsten Blicke auf London.

Nach dem Aufstieg hatten wir uns ein Picknick im Park redlich verdient und lagen ein paar Stunden in der Sonne herum. Es gab begleitende Musik - die ersten Bands waren gewöhnungsbedürftig, aber die Jazzband am Schluss war super.
Da man einen sonnigen Tag unmöglich ohne ein Pimms ausklingen lassen kann, waren wir schließlich noch im Cutty Sark Pub, direkt an der Themse. Sehr nett da! Aufgrund der Ebbe konnte man sogar den Themsestrand sehen.

Da ich am Abend noch ins Labor musste, machte ich mich mit Irina schweren Herzen gegen halb 8 auf den Weg zurück. Wir konnten es uns natürlich nicht nehmen lassen, den Greenwich Foot Tunnel zu durchqueren, einen Tunnel für Fußgänger direkt unter der Themse. Ganz schön creepy. Der Tunnel wurde 1902 gebaut, um Arbeiter schneller auf die Isle of Dogs zu bringen.

Von der Nordseite hat man einen fantastischen Ausblick auf Greenwich. Alle Bilder befinden sich wie immer in der Galerie.
Greenwich, 26.08.2007

Das Wetter war übrigens nach einigen Wolken am Morgen für den Rest des Tages klasse. Und trotz Sonnencreme habe ich es geschafft mir einen Sonnenbrand einzufangen.

Sonntag, 26. August 2007

Samstag 25.08.2007 - Die Sonne scheint!

Ja, das ist unglaublich. Seit ich aus Schweden zurück bin (und auch wochenlang davor) habe ich in London keine Sonne gesehen, sondern bin regelmäßig von oben bis unten nass geworden. Das macht echt depressiv. Aber hier gibt es ein Beweisfoto, von unserem Wohnzimmerfenster aus geschoßen. In der Ferne kann man noch das Wembleystadion erkennen.
 
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